WJSC


  • Der Wernigeroder Jagdkorporationen Senioren-Convent (WJSC)

    der WJSC blickte im Jahre 2007 auf seine 85-jährige Verbandsgeschichte zurück. Der Verband der Jagdstudenten Deutschlands und Österreichs wurde 1922 in Berlin gegründet und zählt heute rund 700 Mitglieder in 13 Mitgliedskorporationen.

    Die Mitglieder setzen sich sowohl aus aktiven Studenten als auch aus “Alten Herren” zusammen, die zwar ihr Studium bereits vollendet haben, aber aufgrund des in den Jagdverbindungen vorherrschenden Lebensbundprinzips dennoch vollwertige Verbindungsmitglieder sind und aktiv am Verbindungsleben mitwirken. Neben der Pflege des studentischen Brauchtums haben sich die Jagdverbindungen auch zum Ziel gesetzt, den Studenten die Jagd näherzubringen.

  • Geschichte des WJSC

    Nachdem sich seit etwa 1920 an einigen Hochschulstädten Jagdcorps gebildet hatten, kam der Gedanke eines Zusammenschlusses auf, der am 30. Januar 1922 mit der Gründung des “Kartells Akademischer Jagdvereine” zwischen MASOVIA und BORUSSIA in Berlin verwirklicht wurde. In den folgenden Jahren traten weitere Jagdverbindungen dem Kartell bei, bis schließlich auf dem Kartell-Convent am 26./27. Juli 1924 die Umbennenung in “Kartell Akademischer Jagdverbindungen” erfolgte. Die Idee, an den Hochschulstandorten Jagdverbindungen zu gründen fruchtete auf Erfolg, wie die stetig steigenden Mitgliederzahlen zeigten.

    Als Kartellabzeichen wurde eine silberne Rehstange von 8 mm Größe eingeführt, die auch heute noch als äußeres Zeichen getragen wird. Das Jagdcorps MASOVIA Berlin konnte den damaligen Präsidenten des Allgemeinen Deutschen Jagdschutz-Vereins (ADJV), Fürst Stolberg-Wernigerode als Ehrenmitglied in seinen Reihen begrüßen. Er war es auch, der das Kartell akademischer Jagdverbindungen zur Kartelltagung nach Wernigerode einlud. Auf dem Familiensitz des Fürsten, dem Barockschloß Wernigerode, fand unter seiner Schirmherrschaft am 2. Juli 1927 die erste Wernigeroder Tagung der Jagdstudenten statt. Auf jener Tagung erfolgte dann die Umbennenung in “Wernigeroder Jagdcorps Senioren-Convent” (WJSC). Von dieser Zeit an fanden die Verbandstagungen bis zum zweiten Weltkrieg in Wernigerode statt.

    Neben dem Präsidenten des Allgemeinen Deutschen Jagdschutz-Vereins waren auch andere prominente Jäger Mitglied im WJSC, so z.B. Graf Schwerin, Vorsitzender der Landesgruppe Mecklenburg des ADJV oder Fritz Bley, Herausgeber des bekannten Buches “Fünfzig Jahre Deutsche Jagd”.

    Die fürstliche Familie Stolberg-Wernigerode ist auch nach wie vor mit dem WJSC eng verbunden, so ist bereits deren vierte Generation Mitglied im Jagdcorps MASOVIA Berlin. Der Vorsitzende des Jagdcorps MASOVIA trägt bei offiziellen Veranstaltungen den Hausorden des Hauses Stolberg-Wernigerode.

    Nach den Wirren des zweiten Weltkriegs verfaßte Walter Schultze vom Jagdcorps HUBERTIA Halle einen Aufruf in allen Jagdzeitschriften, der den überlebenden Verbandsbrüdern zu einem ersten Wiedersehen verhalf. Hiermit war der Anstoß zur Wiedereinrichtung des WJSC gegeben. In den Nachkriegsjahren erfolgten weitere Gründungen von Jagdverbindungen, wie HUBERTIA Bonn und “HERMANN LÖNS” Münster.


  • Die WJSC Tagungsorte

    Aufgrund der Teilung Deutschlands konnte der WJSC nicht an seinen ursprünglichen Tagungsort in Wernigerode zurückkehren, so daß 1955 die erste Verbandstagung des WJSC in Hannover stattfand. Die weiteren Tagungen wurden jeweils an den Standorten der präsidierenden Verbindung abgehalten. Seit Anfang der 60er Jahre traf man sich alljährlich im Jagdschloß Spangenberg, bis der WJSC im Jahre 1990 mit großer Freude an seinen ursprünglichen Tagungsort zurückkehren konnte. Die Verbundenheit mit der bunten Stadt im Harz geht jedoch weit darüber hinaus. Regelmäßig werden durch den Förderverein des WJSC Projekte in Wernigerode unterstützt.